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7. Mai 2010

Andy Eyring: In Houffalize Opfer der 80-Prozent-Regel

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Drei Runden vor Schluss des zweiten Laufs zum Weltcup kam für den Bergamont-Fahrer aus Münnerstadt das vorzeitige Aus.

Allzu lange dauerte der Auftritt des 21-jährigen Münnerstädter Mountainbikers Andy Eyring vom Team Bergamont nicht beim zweiten Lauf zum Cross-Country-Weltcup im südbelgischen Houffalize: Chaos in der Startrunde, ein Defekt an der Schaltung und zu guter Letzt ein platter Reifen bremsten den Sportsoldaten vom RWV Haselbach vorzeitig aus. Nachdem sein Rückstand auf fast eine Runde auf den späteren Zweitplatzierten Manuel Fumic angewachsen war, wurde er kurz vor Ende der dritten Runde von den Kommissären aus dem Rennen genommen: die sogenannte „80-Prozent-Regel“ hatte zugeschlagen, nach der Fahrer, denen die Überrundung droht, gestoppt werden, um den Spitzenfahrern einen fairen Wettkampf zu ermöglichen. Doch bereits in der berüchtigten Startrunde von Houffalize hatte Andy Eyring viel Zeit und Plätze verloren: „Man ist ja viel gewohnt, wenn 210 Fahrer auf einmal ins Rennen gehen, aber das, was in Houffalize abgeht, ist fast schon abartig: die Fahrer sind in den rutschigen Abfahrten links und rechts von mir geflogen, andere sind einfach über sie hinweg gerannt und wieder andere haben einfach versucht, neben der Strecke dem Chaos zu entgehen“, schüttelte Eyring nach dem Rennen immer noch ungläubig den Kopf. Auch er selbst ging einmal kurz zu Boden. „Zwar hab ich mich an den Anstiegen gut gefühlt, aber ich konnte es nicht zeigen, weil ich einfach nirgends vorbei kam“, berichtete Eyring über die ersten Kilometer auf der neu gestalteten Strecke des „Ardennen-Klassikers“. „Das ist schon extrem deprimierend, und macht auch keinen Spaß, wenn man nicht vorwärts kommt, obwohl man weiß, dass man es drauf hätte.“ Viele der steilen Stücke musste Eyring laufen, nicht nur weil der Regen in der Nacht zuvor sehr rutschig gemacht hatte, sondern weil die vielen Staus die Fahrer immer wieder vom Rad zu springen und zu
schieben, an Stellen, die sie im Training und bei freier Fahrt in den folgenden Runden locker auch auf ihrem Sportgerät gemeistert hätten.



Zu allem Unglück behinderte dann auch noch ein Kettenklemmer das Vorwärtskommen des fränkischen Sportsoldaten: „Ich konnte nur noch mit der großen Scheibe vorn fahren.“ Bei den steilen Anstiegen und den vielen
kleinen Antritten in Houffalize kein leichtes Unterfangen: „Immer wenn ich abbremsen musste, musste ich befürchten, die Kurbel danach gar nicht mehr rum zu bringen. Das hat das alles nicht einfacher gemacht.“ Als Eyring dann in der dritten Runden sich auch noch einen Reifen platt fuhr, lag er mittlerweile so weit hinter den Führenden zurück, dass er kurz vor Überquerung der Ziellinie aus dem Rennen genommen wurde, um eine Überrundung durch und eine Behinderung für Spitzenfahrer zu verhindern. „Das war natürlich schade: die Form wäre da gewesen, um ein besseres Ergebnis einzufahren. Aber mit diesem Startplatz hatte ich in Houffalize keine Chance.“

Ganz anders sieht es dagegen am kommenden Wochenende aus, wenn Andy Eyring mit seinem hochgezüchteten, aber puristischen Sportgerät aus der Hamburger Bikeschmiede Bergamont gegen elektromotorisierte Kommunalpolitiker aus der Rhön antritt, um den Kreuzberg, eine der höchsten Erhebungen der Rhön, zu erklimmen: im Rahmen des zweiten Rhöner Sonnenfests haben die „Energie-Initiative Rhön und Grabfeld“, „Biosphärenreservat und Naturpark Bayerische Rhön“ und die Stadt Bischofheim zu dieser Wettfahrt auf den „Heiligen Berg der Franken“ eingeladen.

Start ist am Samstag, den 8. Mai um 15:00 Uhr auf dem Marktplatz Bischofsheim, Ziel ist am Parkplatz unterhalb des Klosters Kreuzberg, die Strecke folgt der Straße und ist rund 7 km lang. Anmeldungen für begeisterte und sportliche Mountainbiker sind ab 14:00 Uhr vor Ort möglich.



Text: Armin M. Küstenbrück

Photos: Armin M. Küstenbrück (EGO-Promotion) & Marius Maasewerd (EGO-Promotion)